Yavi goes China

über den Wolken Richtung China

3:45h deutscher Zeit. Aber ich befinde mich in ca. 40.000 Fuß irgendwo über Asien, im A380 nach Beijing. Noch 2395 Meilen und 4:20 bis zum Zielort und 127 hours auf dem Flatscreen im Vordersitz (krasser Film). Wir haben Turbulenzen und mir ist schlecht vor Angst.

Die habe ich aber nicht vor dem Abstürzen, sondern nur vor den kommenden fünf Monaten (ich frage mich gerade, was mir lieber wäre). Geplant ist jedenfalls eine coole Zeit im Reich der Mitte. Doch gerade stehe ich ganz weit abseits der Mitte, irgendwo am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Das kümmert diesen Haufen Chinesen um mich herum kein Stück, sie schlafen friedlich. Ich kann nicht schlafen, ich stelle fest, dass ich bescheuert sein muss.

Die letzten Wochen im Schnelldurchlauf: Einladung der chinesischen Uni erhalten (Thomas bzw. ShiChen ist ein sehr charmanter, netter Chinese), emotionalen Wirrwarr durchlebt (do or don’t??!), hitzige Diskussionen im Fitnessstudio geführt (Tom, Dennis, Marc, Wilko, Beate, Katrin – thx), Entscheidung pro China getroffen (no risk no fun und so), Umfeld informiert (Mama, Papa – ich bin dann mal weg), Visum beantragt (schwere Geburt, aber super Job Sven, echt), Ärzte besucht („Hallo, geben Sie mir alles was ich brauche, um China zu überleben“), Zwischenmieterin besorgt (hallo Marisa, denk bitte an die Pflanzen!), einen wichtigen Menschen in Lille besucht (palimpalim du süßer Wusel), Wien abgecheckt (Nati, Susanne, Mirja, Süßwarenindustrie, Starbucks – dank euch perfekte letzte Tage auf europäischem Boden genossen), Abschiedszeremonien gefeiert (Livia, Marion, Sarah – ich liebe euch), 7kg Übergebäck ausgepackt („Aber ich bin doch nur halb so klein wie andere Menschen“ – „Interessiert uns nicht, auspacken, oder bezahlen“. Scheiße, dann halt ohne Handtuch, Gerstengras und Lieblings-Pumps nach China), in den Flieger nach Dubai gestiegen, eine Runde geflennt (du weißt warum, Afrob) und dadurch viel Mitleid geerntet, in Dubai eine Tafel Schokolade und einen Schoko-Cappuccino verdrückt, mit Bauchkrämpfen und Hitzewallungen in den Flieger nach Peking gestiegen, über schmatzende und schlürfende Chinesen aufgeregt, schlaflos. Halleluja.
Danksagungen sind out, oder? Egal, muss mal kurz was loswerden. Danke für die beste Abschiedsnacht, danke für den filmreifen Abschied am Flughafen, danke für das Buch, den Brief und den Glücksbringer, danke für die Mails. Ich nenne keine Namen, die gemeinten Personen wissen, wen ich meine.

So, fassen wir abschließend nochmal zusammen: kein facebook (omg), kein Google, kein E-Plus. Ich funke Lebenszeichen via E-Mail (yavib@web.de) und Skype (yavibartula), schreibe über meine Eindrücke bei styleranking.de (wöchentliche Kolumne, unbedingt lesen!), dailyobsessions.com und Handelsblatt.com. Und nein – ich schreibe keine Postkarten, auf keinen Fall! Nein, immer noch nicht.

Noch eine letzte Sache: China ist nicht Japan, also entspannt euch. Ich tue das jetzt auch, bevor ich gleich fremden Boden betrete und einen neuen Lebensabschnitt beginne.

2 Kommentare zu Yavi goes China

  1. Also ich hatte einen sehr ähnlichen Ausblick aus dem Flugzeug, und musste zum erstemal festellen das die Flügel von so nem Teil manchmal echt heftig wackeln.

    Schöne Grüße aus Shanghai

Kommentare sind deaktiviert.