Auf coffeinhaltigen Spuren zum neuen Lieblings-Schuh

Cappuccino deluxe in der Tarterie St. Pauli

Rocket Cellini Espressomaschine mit Dibbern Tassen

7 Uhr morgens in Hamburg: fröhlich plappernd und unter der Dusche euphorisch den zurzeit Lieblings-Aufweck-Evergreen meines Bettnachbarn „Guten Morgen Sonnenschein“ trällernd  – das bin ich  – NICHT. Die Chancen, dass ich zur fidel-munteren Lerche avanciere, ohne dass ich das wohlig gurgelnde Geräusch der Espressomühle vernehme und ein paar Sekunden später von frischem Kaffeeduft umgeben bin, stehen ehrlicherweise sogar bei minus 10 (auf einer Skala von 10 bis minus 10).

Kaffee bedeutet für mich Lebensenergie, ist mein gute Laune-Garant und zaubert aus der verschlafenen Traumtänzerin in Kombination mit cremig aufgeschäumter 3,8 Prozent-haltiger Frischmilch einen einigermaßen rational denkenden, ziemlich aufgeweckten und selig lächelnden Menschen.

Cappuccino

Umso dramatischer verhält es sich, wenn das wertvollste Stück und Zentrum aller morgendlichen Küchenaktivitäten vom anstrengenden Umzug gestresst überraschend beschließt, sich eine erholsame Pause auf unbestimmte Zeit zu gönnen und sich mit einem kläglichen Aufjammern in den Frühjahrsurlaub verabschiedet.

Ernüchternde Diagnose: eine dringend benötigte Regenerationskur für die geliebte Espressomaschine, unfreiwilliger Coffein-Entzug für mich. Die Sehnsucht ist groß, der Cappuccino-Bedarf noch größer, guter Rat teuer und das in wahrsten Sinn des Wortes. Denn regelmäßiger Auswärtsgenuss bedeutet auf Dauer zumeist oftmals Einbußen geschmacklicher als auch mit Sicherheit Einbußen monitärer Natur. Nicht, dass die Mengen an Cappuccini in diversen Cafés zwischen Pauli und Schanze nachweislich Schuld an einem kleinen Loch in meinem Geldbeutel wären.

Cappuccino deluxe in der Tarterie St. Pauli

Doch eines ist klar: Hätte die Espressomaschine nicht beschlossen, im ungenehmigten Urlaub zuverweilen, könnte ich meinem Coffeinbedarf selig und zufrieden in den eigenen gemieteten vier Wänden fröhnen, müsste nicht Tag ein Tag aus den äußerst gefährlichen Weg zum Cappuccino-Ersatzglück antreten und würde das rühmliche Vorhaben „Sparen“ in die Tat umsetzen – bestimmt sogar. Äußerst gefährlich deshalb, weil mich meine Füße wie magisch jedes Mal aufs Neue an sämtlichen Schuhgeschäften Hamburgs vorbeizerren und das kleine fiese Schuhgen mir verführerisch zuraunt: „Sublimation, Mia, Sublimation! Wenn du dich schlecht fühlst, weil dich die kleine zickige Rocket im Stich gelassen hat, lenke deine enttäuschten Energien in etwas Positives. Fröhne der käuflichen Liebe – kauf dir ein neues Paar Schuhe!“ Tja, was soll ich sagen, ich bin schwach, das Schuhgen stark und eh ich mich versah, verliebte ich mich, schlug zu und meine weißen Hummel Klassiker bekamen grau-rote stilvolle Schwestern.

Hummel Sneaker FS 2012

Seit ein paar Tagen ist die Zicke nun zurück, schnurrt wie ein Kätzchen und ich muss zugeben, die Auszeit tat ihr (und nicht nur ihr, wenn ich mich in meinen neuen Sneakern so betrachte) extrem gut. Wenn ich nun morgens ihr röhrendes Gegurgel vernehme, in meine brandneuen Lieblings-Schuhe steige, um lauwarme Franzbrötchen beim Bäcker des Vertrauens zu erstehen, kann ich es selbst kaum glauben: Ich summe schon vor dem ersten Schluck des Zaubergetränks einigermaßen lebendig vor mich hin – naja, zumindest in Gedanken…

 

2 Kommentare zu Auf coffeinhaltigen Spuren zum neuen Lieblings-Schuh

  1. Hehe, furchtbar ist kein Ausdruck-leider mit hohem Ohrwurmpotenzial-zumal wenn man täglich davon geweckt wird-grrrrrr

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  1. Kaffeeee!!! « Brad Sticks

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