Supergirls don´t cry

Streetpoesie auf Sankt Pauli

Von Karin Blanke

Achterbahn fahren…einsteigen, Nervenkitzel, Adrenalin für eine absehbare, beabsichtigte Zeit genießen, aussteigen. Und dieses leicht duselige Gefühl im Kopf noch eine Weile mitnehmen, glückselig, freiwillig…geplant! Alles ist gut…

Manchmal zwingt das Leben zu einer unfreiwilligen Fahrt, nicht absehbar, ohne Halt nach den geplanten 1,2 Minuten, die einen mitreißt, ob man will oder nicht. Auf deren Weg es zig Höhen und Tiefen gibt, bis auf einmal nur noch der höchste Punkt zählt.

Nur noch nach oben, kein zurück, kein Tal mehr zu sehen. Ungewohnte, unerwartete, vielleicht aber auch unbewusst herbeigesehnte Gefühle breiten sich aus. Die Fahrt nach oben formt nach und nach ein Bild….Es passt alles, perfekt!

Und dann…die Wende. Ein Looping? Wo es nach oben geht, geht es immer auch wieder nach unten, jedes Kind weiß das. Das ist ok. Aber plötzlich, unerwartet, nicht vorhersehbar, löst sich der Bügel, der seit dem Einstieg alles getragen, gehalten hat. Der Fall, unkontrolliert, tief, bis auf den Boden der Tatsachen……

Was ist wahr, was falsch…Wirklichkeit oder Traum….? Es dauert zu verstehen. Das Leben folgt den Gesetzen der Natur…nicht planbar, nicht vorhersehbar, man kann sich nicht entziehen.

Wo fängt man an, wie geht es jetzt weiter? „Alles hat seinen Sinn“ manifestiert sich im Kopf, während man eigentlich schon wieder Platz genommen hat, im Sitz, und sich der Bügel langsam schließt…Auf ein Neues…