Kopfkino: Leben wie es sein sollte

Verkaufstresen bei Wormland, Hamburg

Hamburg, 02.11.2016: Am Mittwoch Vormittag lief eine 37-jährige Zugezogene im Fashion Store COS Amok. Zeugen gaben an, die ansonsten sehr ruhig und besonnen wirkende Rothaarige bekam in der 30 Meter langen Schlange einen lautstarken Schreianfall als die zweite Kasse geschlossen wurde und sie im Gerangel und Gedränge mit kaufwütigen, dem Rausch des Konsums verfallenen, unzähligen Shoppingqueens um ihren Platz an Kasse 1 kämpfen musste.

Sie verteidigte sich und ihre Stellung mit dem Marken-eigenen Parfum und sprühte dies in die weit aufgerissenen Augen der wild gewordenen, angreifenden anderen Kundinnen.

Als dies nicht den gewünschten Erfolg erzielte, griff sie blitzschnell in ihre Tasche und zückte zum Entsetzen der Fashionistas ein Maschinengewehr und ballerte wie von Sinnen im Laden der skandinavischen Bekleidungskette umher bis der Weg zur Kasse frei war.

Seelenruhig legte die aus Dortmund stammende Amokläuferin ihre Waren auf die Theke der zitternden Verkäuferin, die sich vor Schreck ihre Extensions abgerissen hatte, und fragte freundlich, ob sie mit Karte zahlen könne. Als die Polizei eintraf, telefonierte sie bereits mit ihrem Anwalt. Nach Recherchen der Redaktion handelt es sich hierbei um einen bekannten Milieu-Star-Juristen, der zuletzt immer wieder in Zusammenhang mit Bandenkriegen auf St Pauli Schlagzeilen machte.

Stlfrage, Kurt Tucholsky